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Evangelische Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede

 

Auf ein

Wort...

Der Monatsspruch

Der Monatsspruch für Juli 2010 lautet:

So bekehre dich nun zu deinem Gott,
halte fest an Barmherzigkeit und Recht
und hoffe stets auf deinen Gott!

(Hosea 12,7)

Propheten sind unangenehme Leute. Im Auftrag Gottes sprechen sie. Meist sind es Mahnworte, die man von ihnen hört. Sie legen die Finger in die Wunden. Sie zeigen Unrecht auf. Sie nennen Unglauben nicht Glauben. Sie sagen den Menschen ihre Gottlosigkeit auf den Kopf zu. Sie beschönigen nichts. Sie rufen auf den rechten Weg zurück. Kein Wunder, dass man sie mundtot machen will.
Hosea ist so ein Prophet. Er lebt siebeneinhalb Jahrhunderte vor Christus. Das war die Zeit der Teilung des alten Israel in das Nordreich Israel mit der Hauptstadt Samaria und das Südreich Juda mit der Hauptstadt Jerusalem. Dreißig Jahre lang sprach Hosea sein prophetisches Wort in seine Zeit hinein. Er wirkte als Bote des Gottes Israels, wies auf die drohenden Gefahren hin, wenn das Volk und seine Herrscher nicht umkehrten. So wurde er zu einem Boten des Untergangs des Nordreichs Israel.
Im Monatsspruch für den Monat Juli hören wir sein Wort der Umkehr: „Bekehre dich nun zu deinem Gott“ oder übersetzen wir es drastischer: „Du sollst zu deinem Gott zurückkehren!“ Wenn ein solcher Monatsspruch ein Bibelwort für uns sein soll, dann spricht der Prophet auch damit uns an. Wir leben natürlich in einer anderen Zeit als die Menschen zur Zeit des Propheten Hosea. Schließlich liegen mehr als 2700 Jahre dazwischen. Dennoch ist Vieles vergleichbar, und könnten seine Worte auch in unsere Situation hinein gesprochen sein.
Der Prophet fordert uns auf, zu Gott zurückzukehren. Wie viele Menschen unserer Zeit haben sich von Gott abgekehrt. Manche tun das ganz bewusst. Sie können mit Gott nichts anfangen. Vielleicht haben sie nie von ihm gehört, haben ihn nie erfahren. Sie haben in ihrem Leben immer nur auf sich selbst vertraut. Sie brauchen Gott nicht zur Gestaltung ihres Lebens. Andere gehen eher gleichgültig mit Gott um. Für sie ist Gott so weit weg, dass sie ihn für die Gestaltung ihres Lebens auch nicht brauchen. Sie lassen den lieben Gott einen guten Mann sein und tun dann, was sie für richtig halten.
Und wir selbst? Welche Rolle spielt Gott in unserem Leben? Nehmen wir ihn ernst für die Gestaltung unseres Lebens? Erfahren wir ihn als eine konkrete Macht in unserer Welt? Auch uns treffen die Worte des Propheten. Auch wir dürfen uns die Bewegung auf Gott hin immer wieder vor Augen halten lassen. Kehrt zu Gott zurück! Nehmt ihn ernst für euer Leben! Nehmt in hinein in euer Leben!
Das kann etwas sehr Entlastendes für unser Leben sein. Wir müssen nicht mehr alles selbst können. Wir dürfen ruhig etwas an Gott abgeben. Wir müssen nicht nur machen, sondern dürfen uns beschenken lassen. Wir brauchen nicht nur aktiv zu gestalten, sondern dürfen auch loslassen. Welch andere Qualität würde unser Leben bekommen, wenn wir Gott wirklich ernst nähmen, wenn wir lebten, als ob es Gott gebe, wenn wir uns – wozu uns der Prophet Hosea auffordert – bekehrten zu Gott.
Dann halten wir fest an Barmherzigkeit und Recht, dann orientieren wir unser Leben an Gottes Wort. Dann wandeln wir auf seinen Wegen. Dann leben wir als seine Menschen. Dann hoffen wir stets auf unseren Gott, wie es im Monatsspruch heißt. Dann planen wir Gott zu jeder Zeit in unser Leben ein. Dann können wir gar nicht mehr ohne Gott leben. Von Israels Königen lesen wir, dass sie mal dem Gott Israels vertrauten, dann aber wieder anderen Göttern hinterherliefen. Der Prophet fordert uns gleichsam auf zum beständigen Hoffen auf Gott. Und das ist das beständige Vertrauen auf Gott, von dem man etwas in seinem Leben erwartet.
Auch wenn Propheten unangenehme Leute sind: Lassen wir uns vom Propheten Hosea mahnen, kehren wir um zu Gott, planen wir Gott in unser Leben ein, richten wir unser Leben an seinem Wort aus und geben wir es niemals auf, dass er uns durch unser Leben führt. Denn dann sind wir auf dem richtigen Weg.
Gesegnete Sommermonate
wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Fritz Pahlke



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