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Evangelische Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede

 

Auf ein

Wort...

Der Monatsspruch

Der Monatsspruch für Febuar 2012 lautet:

Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt.
Alles ist erlaubt – aber nicht alles baut auf.
Denkt dabei nicht an euch selbst, sondern an die anderen.

1. Korinther 10,23–24

Mitten in der besinnlichen und in jeder Hinsicht üppigen Weihnachtszeit gibt es bei so manchem Zeitgenossen die Gedanken: Keine Süßigkeiten mehr!
Keine Gans mehr. Es reicht.
Es kommen auch die Zeiten im persönlichen Leben und im Kirchenjahr, da man freiwillig verzichtet.
Nun werden die meisten Menschen gar nicht wissen, dass der Advent auch Fastenzeit ist.
Innerlich entschlacken, um den Herrn bei sich ankommen zu lassen.
Die Fastenzeit vor Ostern ist dagegen den meisten Menschen noch ein Begriff.
Gönnen wir uns eine Auszeit vom allzu Üppigen, verzichten wir auf etwas.
In manchen Sportarten sehen die Regeln eine Auszeit vor:
Wenn ein Trainer entdeckt, dass sich in das Spiel seiner Mannschaft Fehler und Nachlässigkeiten einschleichen, wenn er sieht, dass seine Spielerinnen oder Spieler die Übersicht verlieren, verkrampft und planlos agieren und keinen überzeugenden Spielzug mehr zuwege bringen, wenn er den Eindruck gewinnt, dass die innere Einstellung seines Teams nicht mehr stimmt, wenn er spürt, dass das Spiel kraftlos wird und einzelne Akteure völlig ausgepumpt sind – dann nimmt er für sich und seine Mannschaft die Auszeit.
Das Spiel wird unterbrochen, und er hat die Möglichkeit, auf bestimmte Fehler aufmerksam zu machen, die vereinbarte Taktik noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, gegebenenfalls den Spielaufbau zu verändern und Aufgaben neu zu verteilen, sein Team wieder zu motivieren.
Auszeit:
Heilsame Unterbrechung, Chance zu neuer Konzentration und Motivation, das will auch die Fastenzeit sein. Zeit zum Atemholen für alle, die leer und ausgebrannt durchs Leben hetzen und wieder auftanken müssen.
Denkpause für alle, die ihre innere Einstellung überprüfen wollen, die neu nach ihrer Mitte suchen und auf ihrem Glaubensweg einen Schritt vorwärts kommen möchten.
Einschnitt für alle, die den roten Faden verloren haben, die in Alltagstrott, Routine und Verbissenheit hineingeraten sind, und deren Lebensfreude auf der Strecke geblieben ist.
Neuanfang für alle, die Fehler und Nachlässigkeiten korrigieren wollen, die sich von unnötig mitgeschlepptem Ballast befreien möchten.
Man muss ja nicht alles auf einmal machen. Jeder kann sich einen persönlichen Schwerpunkt in dieser Zeit setzen.
Ich brauche diese Auszeit, damit es mir nicht geht wie dem erschöpften Holzfäller, der Zeit und Kraft verschwendete, weil er mit einer stumpfen Axt auf den Baum einschlug, und der, darauf aufmerksam gemacht, entgegnete, er habe keine Zeit, um die Schneide zu schärfen.
Ich brauche diese Auszeit, um meine Sinne wieder zu schärfen und zu öffnen für die leisen Töne und die unscheinbaren Dinge, die mich zum Staunen bringen und zu einem wacheren und einfacheren Leben hinführen.
Ich brauche diese Auszeit, und ich bin froh, dass sie im Kirchenjahr ihren festen Platz hat.

Ihr Pfarrer Rolf Brandt



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