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aus dem Jahr 1893

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Evangelische Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede

Pfarrer Goeke
Pfarrer Wilhelm Goecke mit seiner Ehefrau,
der Mann der ersten Stunde

Die geschichtliche Entwicklung
der Gemeinde DFG

Das erste Siegel

Das Siegelbild beinhaltet die Darstellung einer Eisenbahnschiene, des geflügelten Rades der Eisenbahn, der gekreuzten Hämmer des Bergbaus, sowie des Kreuzes und einer aufgehenden Sonne.
Begründung: Die Gemeinde lag in einem ausgesprochenen Zechengebiet. Der Güterbahnhof in Frintrop galt als der bedeutendste Europas.
Die Jahreszahl lautet 1893.
Der Bibelspruch: Hebr. 11, Vers 3 lautet:
Durch den Glauben merken wir, daß die Welt durch Gottes Wort fertig ist; daß alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.

Ein drangvoller Beginn...

Abschrift aus dem Lagerbuch der Gemeinde von einer handschriftlichen Aufzeichnung von Pfarrer Wilhelm Goecke,
dem ersten Gemeindepfarrer an der Gnadenkirche (1893 bis 1931)
Die evangelische Pfarrgemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede, bestehend aus den Ortschaften Frintrop, Dellwig und Gerschede, wurde am 29. November 1891 unter der Bezeichnung Pfarrvikariat Frintrop durch Einführung des ersten Pfarrvikars und Pastors von der Muttergemeinde Borbeck abgezweigt. Diese Abzweigung wurde erforderlich durch das starke Anwachsen der evangelischen Bevölkerung des gesamten Distriktes, namentlich infolge der Anlage des Sammelbahnhofs Frintrop.
Und wie nun S. Majestät Kaiser Wilhelm II. gleich in den ersten Jahren seiner Regierung tapfer und beharrlich der Berliner Kirchen- und Gemeindenot durch Erbauung von Kirchen und Gründung von Gemeinden abzuhelfen suchte, so wurde auch in den Provinzen lebhafter die Gründung von Gemeinden angesagt. Auf Veranlassung einer Regierungsverfügung fragte das Landratsamt zu Essen an der Ruhr unter dem 10. Juli 1891 bei der Bürgermeisterei Borbeck an, ob in den zu derselben gehörigen Ortschaften die Errichtung neuer evangelischer Pfarrsysteme wünschenswert sei. Ein von der Bürgermeisterei erbetenes Gutachten des Pfarramtes Borbeck machte unter dem 22. Juli auf den Notstand in dem genannten Distrikt aufmerksam. In gleichem Sinn berichtet das Presbyterium Borbeck an das Konsistorium.
Zwei Termine in der abzuzweigenden Gemeinde Ende 1890 und Anfang 1891 ergaben den lebhaften Wunsch der Eingesessenen nach Selbständigkeit. Infolgedessen erklärte sich der Oberkirchenrat unter dem 15. Juni 1891 mit der Gründung eines Pfarrvikariats Frintrop einverstanden.
So konnte am 29.November 1891, am ersten Advent, der erste Pfarrvikar und Pastor Wilhelm Goeke, früher persönlicher Hilfsprediger des Pfarrer Barner in Elberfeld, durch den Pfarrer Haardt aus Borbeck in der evangelischen Schule zu Dellwig in sein Amt eingeführt werden. Auf den 7. Dezember wurde eine Gemeindeversammlung berufen, welche einen provisorischen Kirchenvorstand, bestehend aus den Gemeindegliedern Samse, Cargneville, Sauerbrei, Schäferdiek, Hoffmann, Kuhlmann, Stallknecht, Schmitz, Henke wählte. Damit war die Vikariatsgemeinde Frintrop begründet.
Bereits im Januar 1892 wurde ein geeignetes Grundstück zur Errichtung von Betsaal und Pfarrhaus, sowie zur Anlage eines Kirchhofs erworben, während gleichzeitig ein Sammelverein ins Leben trat, welcher im ersten Jahr in der Gemeinde 1300 Mark zusammenbrachte. Behufs Konstituierung des Vikariats zu einer Pfarrgemeinde wurde seitens des Konsistoriums am 2. August 1892 in Borbeck und am 22. September 1892 in Dellwig ein Termin abgehalten. Sowohl die Repräsentation von Borbeck als auch der provisorische Kirchenvorstand von Frintrop, sowie auch eine Gemeindeversammlung in Dellwig erklärten sich mit der Konstituierung der neuen Gemeinde einverstanden. Inzwischen hatte die Repräsentation von Borbeck nach anfänglicher Weigerung (am 7. August) am 29. August 1892 das genannte Grundstück für die Vikariatsgemeinde gekauft und Ihre Zustimmung zur Erbauung eines Bethauses gegeben. Da sich aber in Gerschede und Unter-Dellwig im Frühjahr 1893 eine Unzufriedenheit über den Ankauf des Grundstückes regte, welche am 7. März 1893 durch einen Protest an das Kgl. Konsistorium zu Tage trat, so fügte die Behörde zu vermitteln, indem eine Verfügung vom 20./21. März 1893 verordnete, daß zuvörderst die Konstituierung der Gemeinde herbeigeführt und dann erst von den neu zu erwählenden Gemeindeorganen die Bauplatzfrage geregelt werden solle.
Am 4. Oktober 1893 traf die Nachricht von der erfolgten Konstituierung seitens des Presbyteriums ein.
Die zu erlassende Errichtungsurkunde sollte vom

1. Oktober 1893

an in Kraft treten. Auf Grund einer von dem Presbyterium in Borbeck festgestellten und vom Presbyterium unter dem 24. Oktober 1893 genehmigten Wahlordnung wurde am 19. November 1893 unter dem Vorsitz des Superintendenten Hannesen aus Mülheim an der Ruhr die erste Repräsentantenwahl in der Weise getätigt, daß aus Frintrop 11, aus Dellwig 8, aus Gerschede 5 Vertreter gewählt wurden.
Am 8. Dezember 1893 wurde das Presbyterium gewählt, bestehend aus den Gemeindegliedern Hoffmann, Sauerbrei, Thiemann, Dingerdissen. Am 17. Dezember 1893 beschlossen Presbyterium und Repräsentation, von Probepredigten abzusehen und das Konsistorium zu bitten, den bisherigen Pfarrvikar zum Pfarrer der neuen Gemeinde, welche in dieser Zeit vom Kgl. Konsistorium Pfarrgemeinde Dellwig-Frintrop, oder Dellwig genannt wurde, zu ernennen. Infolge neuer Beanstandungen wurde dieser Beschluß am 3. Januar 1894 noch einmal gefasst. Am 5. Januar 1894 wurde in Anwesenheit neuer Vertreter des Konsistoriums, ferner des Superintendenten die Erbauung von Betsaal und Pfarrhaus auf dem angeführten Grundstück mit 13 gegen 2 Stimmen endlich genehmigt. Die Bestätigung der Pfarrwahl datiert vom 8. März 1894, so dass am 1. April 1894 die Einführung des ersten Pfarrers der konstituierten Pfarrgemeinde durch den Superintendenten stattfinden konnte.


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